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39-Chronik der Gemeinde im Amtsblatt.pdf

40-Chronik der Gemeinde im Amtsblatt.pdf
 


Chronik der Gemeinde
Weißenborn-Lüderode
40. Fortsetzung
1670
In einer weiteren Anlage, im Kirchenbuch, aus dem Jahre 1670 ist zu lesen:
Heute am 06. (02.?) 1670 hat der Verwalter des Geldes, wovon die Seelenmessen gehalten werden sollen, Hans Busse dieses vorgelegt. Es soll auch weiterhin jährlich von dem Betrag genommen werden bis das Kapital aufgebraucht ist. Zu diesen Eintragungen im Kirchenbuch gibt es sehr viele Fragen. Als erstes stellt sich die Frage um wen handelt es sich bei Lucia und Hans Schwartzburg? Mit Sicherheit kann man annehmen, dass sie keine Nachkommen hinterlassen haben. Auch scheinen sie keine näheren Verwandten in einer unserer drei Dörfer gehabt zu haben, denn dieser Name taucht dann in unseren Kirchenbüchern nicht wieder auf. Sind sie vielleicht entfernte Verwandte derer von Schwartzburg? Eine Linie der Schwartzburger war in Sondershausen ansässig. So wäre es denkbar, dass sie die letzten Vertreter des niedrigen Adels waren, von denen unser Heimatforscher Georg Lier schreibt:
„ Sie wohnten wahrscheinlich auf dem erhöhten Ortsteile im äußersten Osten von Lüderode, der noch heute im Volksmund upp de Burg heißt. „
Diese Leute waren in Lüderode z. B. Marktmeister und Zöllner. Beides trifft für unser Lüderode und Gerode zu, denn Papst Urban IV bestätigte 1262 dem Kloster Gerode seine Besitzungen in einer Urkunde, wie oben bereits erwähnt.
Weiterhin ist bei Lucia und Hans Schwartzburg zu bedenken, dass sie nicht aus armen Verhältnissen stammen können. 25 Taler waren für die damalige Zeit eine beträchtliche Summe wenn man bedenkt, dass die Kirchengemeinde 1688 in Lüderode 12 Taler im ganzen Jahr eingenommen hat (Quelle: Georg Lier „ aus den Kirchenrechnungen von Lüderode“). Außerdem müssen die beiden in Lüderode verwurzelt gewesen sein, denn warum haben sie das Geld nicht dem Kloster Gerode gespendet dass in dieser Zeit noch bestrebt war die Schäden des dreißigjährigen Krieges zu beseitigen. So erhielt 1669 die Klosterkirche eine neue Orgel und 1683 einen neuen Altar. Da wäre eine solche Spende bestimmt sehr willkommen gewesen. Die 5 Taler und 18 gute Groschen die als Fonds angelegt werden sollten, könnten der Grundstein für die Kirchenkasse gewesen sein, die damals die heutigen Sparkassen ersetzte. Diese hatte später oft einen Bestand von mehreren hundert Talern und wurde von den Gemeindemitgliedern gern in Anspruch genommen. Einen Hinweis auf diese Vermutung bietet der Zinseszins von 4 Pfund Wachs der jährlich entrichtet werden sollte.
Es ist anzunehmen, dass die Kirchengemeinde in Lüderode 1669 schon geplant hat ihre damals kleine Kirche zu vergrößern. Darauf deutet der Passus hin: „ zum bauen oder aufrichten des Kirchturmes“.
Zum Jahre 1669 fand ich im „Der Bote von der Allerburg“ 15. März 1898 folgenden Artikel: Anno 1669 ist in Weißenborn eine Weibsperson gestorben, welche sich dort etliche Jahre aufgehalten und lutherisch gewesen ist. Dieselbige haben sie vor das Dorf auf den Schindanger begraben. Als es aber in Duderstadt
vor den Herrn Kommissarien kam, haben sie auf seinen Befehl den Körper wieder müssen herausholen und auf dem Kirchhof begraben.
1671
Da die Sittlichkeit in den Klöstern gesunken war, sollten diese streng visitiert werden. Als die Visitatoren, der Domkapitular Christoph von Stadion und der geistliche Rat Birnbeck nach Gerode kamen, fühlte sich der Konvent beleidigt und wies sie mit der Begründung zurück, dass nur ihre Ordensoberen nach dem Konzil von Trient sie zu visitieren hätten. Dem Bischof stehe dies erst zu wenn die Mönche ihre Pflichten nicht erfüllen. Die Visitatoren ließen sich jedoch nicht abweisen und bestanden so fest auf ihrem Vorhaben, dass sich Abt Johann Fischer schließlich unterwarf. Diese ging nun vor sich und Pater Franz Klief, Professor in Gladbach und Lektor in Gerode, welcher der hauptsächliche Urhebeber des Widerstandes gewesen war, wurde nach Gladbach verwiesen.
1672
Heinrich Brodhun geboren in Weißenborn. Kanoniker war von 1672 - 1710 als Vikar in Amöneburg Oberhessen.
1673
Laut Kirchen- und Gemeinderechnung von Lüderode waren Hans Gödeke und Matthias Bause in den Jahren 1673, 1674 und 1675 Altaristen in der Martinskirche. Andreas Hagemeister Celbrarius, Pater Henrico Reinhardt und der Oberschreiber Johann Georg Windolff haben Die Rechnung gegengezeichnet.
Horst Zinke
Heimat und Geschichtsverein